Alejandra, eine asylsuchende Transfrau, wird seit Dezember in einer Hafteinrichtung in Cibola im US-Bundesstaat New Mexico festgehalten. Sie und andere Transfrauen erhalten dort eigenen Angaben zufolge nur unzureichende Gesundheitsfürsorge. Aufgrund ihrer Geschlechtsidentität war Alejandra in ihrer Heimat El Salvador angegriffen und erpresst worden. Sie muss umgehend freigelassen werden, bis über ihren Asylantrag entschieden wurde.

Alejandra (Aktenzeichen der US-Einwanderungsbehörde: A# 216-269-450) ist eine 43-jährige Transfrau aus El Salvador. In ihrem Heimatland war sie als Kosmetikerin tätig und engagierte sich für die Menschenrechte. Aufgrund ihrer Geschlechtsidentität als Transfrau wurde sie von Mitgliedern einer transnationalen Gang angegriffen und sexuell genötigt, weshalb sie schliesslich in die USA floh. Von 2013 bis 2016 wurde sie wiederholt von Gangmitgliedern tätlich angegriffen und trug Narben auf der Kopfhaut, im Gesicht und an den Beinen davon. Alejandra wird derzeit in einer Hafteinrichtung in Cibola im US-Bundesstaat New Mexico festgehalten. Im April 2018 fand dort eine Anhörung vor dem Einwanderungsgericht statt, um ihren Asylantrag zu prüfen. Alejandra hat einen Antrag auf Bewährung gestellt, der jedoch von der Einwanderungs- und Zollbehörde (Immigration and Customs Enforcement – ICE) abgelehnt wurde, ohne dass ihrem Rechtsbeistand konkrete Gründe dafür genannt wurden und obwohl keine Fluchtgefahr besteht, da die Nichte von Alejandra, bei der sie im Fall eines erfolgreichen Antrags unterkommen würde, bereits Asyl erhalten hat.

Am 8. Mai sprach Amnesty International mit Alejandra. In diesem Gespräch beklagte sie sich über die unzureichende Gesundheitsfürsorge, die sie und andere Transfrauen in der Hafteinrichtung erhalten. So würden ihre Anträge auf medizinische Untersuchungen und Palliativpflege nur sehr langsam behandelt. Am 8. Juni informierte Alejandra ihren Rechtsbeistand darüber, dass sie in den vorangegangenen elf Tagen unter starken Kopfschmerzen sowie Erbrechen und Nasenbluten gelitten habe. Obwohl sie in dieser Zeit sechsmal um ärztliche Behandlung gebeten hatte, wurde sie kein einziges Mal auf der Krankenstation behandelt. Am 25. Mai starb eine asylsuchende Transfrau namens Roxana Hernandez nur eine Woche nach ihrer Inhaftierung in Cibola in einem Krankenhaus in der Nähe des Gefängnisses. Sie hatte Anzeichen von Lungenentzündung und Flüssigkeitsmangel aufgewiesen; Symptome, die offenbar während ihrer Inhaftierung durch die Einwanderungsbehörden aufgetreten waren. Alejandra befürchtet, dass sie im Gewahrsam möglicherweise ein ähnliches Schicksal erleidet.

Die Einwanderungsbehörden sollten Personen stets nur als letztes Mittel und nach sorgfältiger Prüfung des jeweiligen Einzelfalls inhaftieren. Eine Freilassung unter Auflagen sollte immer dann aus humanitären Gründen gewährt werden, wenn die Person keine Bedrohung für die öffentliche Sicherheit darstellt und wenn keine Fluchtgefahr besteht.

ONLINE-PETITION

Unterzeichne unsere Online-Petition an den stellvertretenden Leiter des örtlichen Büros der Einwanderungs- und Zollbehörde (CC an die US-amerikanische Botschaft in Bern:

Free Alejandra and all other transgender asylum seekers

Diese Petition ist nicht mehr aktiv

Enddatum: Jul 20, 2018

Unterschriften gesammelt: 126

126 signatures

WEITERE EMPFOHLENE AKTIONEN

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Lassen Sie Alejandra (Aktenzeichen A# 216-269-450) bitte umgehend aus humanitären Gründen frei, bis endgültig über ihren Asylantrag entschieden worden ist.
  • Verbessern Sie bitte die Gesundheitsversorgung in der Hafteinrichtung der Einwanderungsbehörde in Cibola, insbesondere für Personen, die unter akuten Beschwerden leiden.
  • Sorgen Sie bitte dafür, dass Asylsuchende immer nur als letztes Mittel inhaftiert werden, wenn der Gewahrsam im Einzelfall als notwendig und verhältnismässig gilt. Lassen Sie bitte so viele Asylsuchende wie möglich aus humanitären Gründen gegen Auflagen frei, insbesondere wenn es sich um LGBTI oder um Menschen mit akuten Beschwerden handelt.

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort, sodass sie noch vor dem 20. Juli 2018 eintreffen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.

APPELLE AN

Stellvertretender Leiter des örtlichen Büros der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE)
Mr. Joe Renteria
ICE-ERO
El Paso Field Office
11541 Montana Ave Suite E
El Paso, TX, 79936
USA
E-Mail: Jose.A.Renteria@ice.dhs.gov
(Anrede: Dear Mr. Renteria / Sehr geehrter Herr Renteria)

KOPIEN AN

Ambassade des Etats-Unis d’Amérique,
Sulgeneckstrasse 19,
Case postale,
3001 Berne.
Fax : 031 357 73 20
E-mail: BernPA@state.gov // bern-protocol@state.gov

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