Am 8. April 2020 wurde der jemenitische Staatsangehörige Mohamed al-Bokari in der saudischen Hauptstadt Riad willkürlich festgenommen und ohne Kontakt zur Aussenwelt im Malaz-Gefängnis inhaftiert. Nach der Festnahme wurde er der «Perversion» und «Imitation von Frauen» beschuldigt. Grund war die Veröffentlichung eines Videos, in dem er sagte, er glaube an die persönlichen Freiheiten von LGBTI*.

Am 8. April 2020 nahmen saudische Sicherheitskräfte den jemenitischen Staatsangehörigen Mohamed al-Bokari bei ihm zuhause in al-Yarmouk in der Hauptstadt Riad willkürlich fest. Mohamed al-Bokari wurde dann in das Malaz-Gefängnis in Riad gebracht und wird bis jetzt dort festgehalten. Er ist bislang weder angeklagt noch darüber informiert worden, wann sein Strafverfahren beginnen soll. Laut einer ihm nahestehenden Quelle hat sich sein psychischer und physischer Zustand erheblich verschlechtert. Er leidet an einer Herzkrankheit. Eine rechtliche Vertretung hat er bis jetzt nicht.

Nach Angaben der Quelle wurde Mohamed al-Bokari einen Monat lang ohne Kontakt zur Aussenwelt in Haft gehalten und während dieser Zeit geschlagen und gefoltert, um ihn dazu zu bringen, zu «gestehen», dass er homosexuell ist. Darüber hinaus wurde er nach seiner Festnahme der «Perversion», der «Imitation von Frauen» und der «Störung der öffentlichen Ordnung» beschuldigt. Mohamed al-Bokari wurde festgenommen, nachdem er in einem selbstgemachten Video auf eine Frage zu seinen Ansichten über Homosexualität sagte: «Jede Person ist frei zu tun und zu lassen, was sie will und Gays haben Rechte. Jeder Mensch hat Rechte. Ich hoffe, homosexuelle Menschen werden in Ruhe gelassen und man wird sich nicht in ihr Leben einmischen. Jeder Mensch ist frei.»

Zwei Freunde von Mohamed al-Bokari, beide ebenfalls Jemeniten, die bei ihm zu Besuch waren, wurden mit ihm zusammen festgenommen. Die beiden wurden später freigelassen und in den Jemen abgeschoben, doch Mohamed al-Bokari kam nicht frei. «Wir sind in grosser Sorge um Mohamed. Er darf im Gefängnis keinen Besuch erhalten und hat sich seit zwei Wochen nicht bei uns gemeldet», sagte die Quelle Amnesty International.

Online-Petition

Unterstütze unsere Petition an das saudische Königshaus (Email geht an die saudische Botschaft in Bern):

Saudi-Arabien: Inhaftierung von Mohamed al-Bokari

Majestät,

mit grosser Verwunderung habe ich von der Inhaftierung von Mohamed al-Bokari erfahren. Wie kommen Sie darauf, dass seine sexuelle Orientierung ein Verbrechen sein könnte?

Bitte stellen Sie sicher, dass Mohamed al-Bokari umgehend und bedingungslos freigelassen wird, insbesondere angesichts seines sich verschlechternden Gesundheitszustands und der Sorge um einen Ausbruch von Covid-19 im Gefängnis.

Bitte sorgen Sie dafür, dass alle Anklagen gegen Mohamed al-Bokari fallengelassen werden und dass er in Saudi-Arabien bleiben darf, da eine Abschiebung in den Jemen sein Leben in Gefahr bringen würde.

Stellen Sie bitte sicher, dass er bis zu seiner Freilassung vor Folter oder anderweitiger Misshandlung geschützt wird. Gewähren Sie ihm zudem umgehend Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung und einem Rechtsbeistand seiner Wahl.

Hochachtungsvoll,

[signature]

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Weitere empfohlene Aktionen

Schreib einen Appellbrief in deinen eigenen Worten.
Bitte schreib vor dem 13. August 2020.
Schreib in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch.

Appelle an

KÖNIG
His Majesty King Salman bin Abdul Aziz Al Saud
The Custodian of the two Holy Mosques
Office of His Majesty the King
Royal Court
Riyadh
SAUDI-ARABIEN

Anrede: Your Majesty / Majestät

Kopien an

Ambassade du Royaume d’Arabie Saoudite
Kirchenfeldstrasse 64
3005 Berne

Fax: 031 351 45 81
E-mail: cemb@mofa.gov.sa ; saudia.be@bluewin.ch

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