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Europride 2009 Speaker Mihaela Copot from Moldova (Moldau) Drucken E-Mail
Samstag, 06. Juni 2009
Ein Engagement von Amnesty International im Rahmen der Europride 2009.
ACT OUT FOR EQUAL RIGHTS: Alle Infos und Fotos Amnesty International @ Europride 2009.

Samstag, 6. Juni 2009: Wir danken Mihaela für ihre eindrückliche Rede auf dem Münsterhof!

Mihaela Copot von Amnesty Republik Moldau
, Amnesty activist working for Women & LGBT rights.

Europride-TV: Rede von Mihaela Copot (HQ-TV, 9 min 26')
Radio Rabe: Gespräch von Cheyenne Mackay mit Mihaela Copot (mp3, deutsch, 14 min 45')
und Hintergrundinfos (PDF, 90 kB) sowie freie-radios.net
"Ich will mich nicht länger verstecken", Interview von Carole Scheidegger mit Mihaela Copot.

Medienmitteilung von Amnesty International: zur Ansprache von Mihaela Copot
Medienmitteilung von Amnesty International: Mihaela Copot en français / in English

Wording of Mihaela Copot's Speech in English und deutsche Übersetzung (je 160 kB, PDF, 2 Seiten)

The two other speaker was Corine Mauch. (newly elected Mayor of Zurich). Daniel Cohn-Bendit could not attend personaly. Siehe / see /voyez: Europride Magazin Speakers (S.42f, PDF, 940 kB, D/F/E)

Mihaela Copot Amnesty International activist from Moldova, working for Women & LGBT rights, is Speaker for Europride 2009 in Zurich Amnesty International der Republik Moldau:
auf rumänisch
auf russisch

Informativer Mitgliedschafts-Blog über Amnesty International Republik Moldau: Blog der Mitglieder (auf englisch)

LGBT in der Republik Moldau:
Gay Moldova (auf englisch)
Lesbian Moldova (auf englisch)
LGBT-Festival "Rainbow over the Dniester", Chişinău, Mai 2009 (auf englisch)

Flagge der Republik Moldau (Moldavien) Aktuell: Wahlen vom 6. April 2009 in der NZZ:
7.4.09: Wahlsieg der Partei von Präsident Woronin
8.4.09: Unruhen nach den Wahlen in der Moldau
18.4.09: Gezwitscher der Unzufriedenheit / Generationen-Graben
07.5.09: Pride : PEACEFUL MANIFESTATION POSTPONED. Appeal GenderDoc-M Senate (englisch, von Gay Moldova)

Moldova Pride 2009: Wortführer Sören Juvas (RFSL) der schwedischen Delegation von der Polizei misshandelt.
12.5.09 Pressemitteilung des Schwedischen RFSL (schwedisch)
RFSL-president, Mr Sören Juvas, was attacked and beaten in Chisinau, Moldova (PDF, 10 kB, englisch)
Neue Wahlen, 30. Juli 2009 in der NZZ vom 31. Juli: Moldau: Sieg der Opposition
Geschichte: Nationale Identität -- Kommentar: Erster Schritt zu einem Neubeginnt

Medieninformation - Media Briefing (e/f)
Speech (Eng.)- Rede (Dt.):



Medieninformation von Amnesty International

Europride 2009 in Zürich: Menschenrechte für alle

Aktivistin Mihaela Copot spricht über die Verfolgung von Schwulen und Lesben in Osteuropa

Mihaela Copot from Amnesty International Moldova / Moldau at Europride 2009
Mihaela Copot © Sabine Rock Mihaela Copot © Sabine Rock

Zürich, 5. Juni 2009. «Menschenrechte für alle» – unter diesem Motto beteiligen sich AktivistInnen von Amnesty International an der Europride 2009. Weltweit werden weiterhin Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer geschlechtlichen Identität diskriminiert, verfolgt und auch getötet. An der Europride-Parade vom Samstag wird die Menschenrechtsaktivistin Mihaela Copot aus der Republik Moldau als Hauptrednerin auftreten und über die Situation in Osteuropa sprechen.

In vielen Ländern stehen Menschen noch immer vor der «Wahl», ihre Gefühle zu verdrängen, um geltenden Gesetzen Genüge zu tun, oder aber ihr Bedürfnis nach Identität, Zuwendung, Liebe und Intimität auszuleben – und damit das Risiko der Verfolgung auf sich zu nehmen. Weil Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender verfolgt, bedroht und bestraft werden, müssen viele von ihnen aus der Heimat fliehen. Iran, Mauretanien, Nigeria, Katar, Saudiarabien, Sudan und Jemen kennen weiterhin die Todesstrafe für homosexuelle Akte. In anderen Ländern sind Menschen aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermuteten sexuellen Orientierung in Haft.

Mihaela Copot berichtet über Hetze, Übergriffe und Verfolgung in Osteuropa Die Berufung auf die Menschenrechte bleibt von grosser Bedeutung für den Kampf um die Gleichberechtigung und die Entkriminalisierung der Homosexualität. An der Europride 2009 wird die Menschenrechtsaktivistin Mihaela Copot als Hauptrednerin über die alltägliche Schikanen und die Verfolgung von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen in Osteuropa sprechen. Die 34- jährige Moldauerin lebt in einem Land, in dem Neo-Nazigruppierungen und religiöse Gruppen gegen Homosexuelle hetzen. Schwule und Lesben werden oft Opfer von Übergriffen. Ihnen wird das Recht auf Versammlungsfreiheit verweigert. Vor drei Wochen erst wurde ein schwuler Aktivist unmittelbar vor einem Polizeiposten brutal zusammengeschlagen. An den Universitäten der Republik Moldau wird Homosexualität oft als krankhaftes Verhalten betrachtet. Selbst hochrangige PolitikerInnen äussern sich unverhohlen feindselig gegenüber Homosexuellen.

Für Rückfragen:
- Daniel Graf, Mediensprecher Amnesty International, Mobil +41 (0)79 379 80 37
- Mehr Informationen zum Engagement von Amnesty International finden Sie auf unserer Website: http://www.amnesty.ch/de/themen/lgbt

Biographisches zur Menschenrechtsaktivistin Mihaela Copot

Die Moldawierin Mihaela Copot setzt sich seit Jahren mit Amnesty International für die Rechte Frauen und von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen ein.
Die 34-jährige Moldauerin ist ausgebildete Journalistin und engagiert sich seit 2002 als Bürgerrechtlerin. In den Jahren 2007 und 2008 wurde sie zum aktivsten Mitglied von Amnesty International in der Republik Moldau gekürt.
Seit zwei Jahren führt sie die Organisation «HomoDiversus Pro» an, die nach einem langen Kampf vor Gericht den Status eines anerkannten Vereins erlangt hat. Der Verein engagiert sich gegen alle Formen von Diskriminierungen. In Moldau ist sie – wie andere Aktivisten auch – aus Furcht vor Übergriffen unter einem Pseudonym in Erscheinung getreten.
Mihaela Copot hat einen 14 Jahre alten Sohn und lebt seit fünf Jahren mit ihrer Partnerin Nataly zusammen. Als Menschenrechtsaktivistin wird sie an der Europride 09 stellvertretend für viele osteuropäische Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen sprechen.

Stichwort: Queer Refugees in der Schweiz

Queer Refugees sind Flüchtlinge, die aufgrund der sexuellen Orientierung oder der geschlechtlichen Identität ihr Land verlassen müssen. Nicht nur Staaten verfolgen sexuelle Minderheiten, sondern oft auch Familien und Gemeinschaften. Die Schweizer Sektion von Amnesty International unterstützt pro Jahr rund zehn Personen, die einen solchen Hintergrund haben. Wie viele Queer Refugees in der Schweiz Schutz suchen und wie viele tatsächlich Asyl erhalten, ist schwer abzuschätzen. Das Bundesamt für Migration gibt dazu keine Statistiken heraus. Zwischen 1993 und 2005 hat die Asylrekurskomission rund 50 Fälle behandelt. Die Dunkelziffer von Queer Refugees, die keine Angaben über den wahren Grund ihrer Flucht machen, ist hoch. Die Erfahrungen von Amnesty International zeigen, dass die Schweiz in der Praxis zu wenig für den nötigen Schutz und die Bedürfnissen von Queer Refugees unternimmt.

Gruppe «Queeramnesty» engagiert sich für Menschenrechte

Amnesty International setzt sich mit Kampagnen und Aktionen explizit für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender ein. Weltweit gibt es in über 30 Ländern Gruppen, die spezifisch zu diesem Thema arbeiten und auch «Queer Refugees» (siehe oben) unterstützen. In der Schweiz sind die Gruppen «Queeramnesty» und «Homosexualités et droits humains» aktiv.



Media Briefing from von Amnesty International

Europride 2009 Keyspeaker: Mihaela Copot

Mihaela Copot from Amnesty International Moldova / Moldau at Europride 2009
Mihaela Copot © Sabine Rock [ENGLISH] The 34 year old Moldovan is a trained journalist and has been an engaged civil rights activist since 2002. In 2007 and 2008 Mihaela was named the most active member of Amnesty International Moldova. She was involved in a campaign against violence against women and was a working member of Amnesty International Moldova’s LGBT group. As press secretary for the Seventh-Day Adventists she used to fight for labour rights for the group’s members. For two years she has headed the organization «HomoDiversus Pro» that has recently been given association status after a long battle in the courts. Since then Mihaela has been active as executive director of «HomoDiversus Pro», an organization promoting non- discrimination. Like other activists in Moldova Mihaela has used a pseudonym for public appearances out of fear of attacks. Mihaela Copot has a 14-year-old son and has been living with her partner Nataly for 5 years. As a human rights activist she will be speaking on behalf of all Eastern European lesbians, gays, bi- and transsexuals at EuroPride.

[FRANCAIS] Cette Moldave de 34 ans a suivi des études de journalisme et s’engage depuis 2002 pour les droits de l’Homme. En 2007 et 2008, elle a reçu le titre de militante la plus active d’Amnesty International en Moldavie. Elle a notamment soutenu une campagne contre la violence domestique et a travaillé pour le groupe LGBT d’Amnesty Moldavie. Lorsqu’elle était porte-parole de l’Eglise adventiste du septième jour, elle a mené plusieurs combats en matière de droit du travail pour les membres de la congrégation. Depuis deux ans, elle dirige «HomoDiversus Pro», qui a été reconnue comme une association à part entière après une longue bataille juridique. Cette organisation s’engage notamment pour la non-discrimination. En Moldavie, par peur des représailles, Mihaela Copot a pris un pseudonyme, comme d’autres activistes. Mihaela Copot a un fils de 14 ans et vit depuis cinq ans avec sa partenaire, Nataly. En tant que militante des droits de l’Homme, elle représentera à l’EuroPride les gays, les lesbiennes, les bisexuels et les transsexuels d’Europe de l’Est.

Contact
Daniel Graf, Spokesperson / Porte parole Amnesty International, Mobil +41 (0)79 379 80 37



EURPRIDE PARADE 4 June 2009, Zürich, SPEECH MIHAELA COPOT

Greetings for Gays, Lesbians, Bisexuals and Transgenders from all over Europe and even the world, also their friends and families, who gathered here today to celebrate this EuroPride event! This is a great pleasure and honor for me to be here today as a representative of Eastern region of Europe.

We are a large family and community in Europe and all over the world, and being here today makes me feel belonging to a larger family, and this is a great feeling!
And because we are a family, we send a message of love to the world. We are here to share our stories of love that goes beyond any barriers and beyond any borders.

Every time we walk in Pride parades we proclaim this love and we claim its right to freedom and dignity.

Unfortunately there are still countries in the world, where people like us are being subject of harassment, persecution, violence, arrests, punishments and detention, death penalty.

There are still countries in Europe where people can’t walk their walk, and can’t celebrate their love. Our sisters and brothers in Moldova, Russia, Lithuania and other countries can’t manifest peacefully for their rights since it’s too dangerous and have no legal protection.

This is the 4th Pride March I am attending in my life, but none of them happened in my home country, Moldova. There are years since gays, lesbians, bisexual and transgender community in Moldova is striving to have a peaceful manifestation in support of its basic human rights, and its been repeatedly and illegally denied by Moldovan authorities.

Excesses in Chisinau: LGBT-Bus, surrounded by angry, homophobic croud, May 11th, 2008. © GenderDoc-M www.lgbt.md

Last year in Chisinau I witnessed and documented together with Amnesty International and other Human Rights organizations how about 50 activists from all over the world including Moldova, tried to hold a peaceful assembly in support of an antidiscrimination law, despite the illegal ban of the manifestation.
What happened then was that the bus with the activists was surrounded by a crowd of 300 angry counter demonstrators, representing radical religious, paramilitary and neo-Nazi groups. They have blocked and kept hostage the bus with the people inside for about 45 minutes. During this time they were banging in the windows, tried to destroy the engine and used a light next to it. After talking away and destroying the banners of the manifestants, the crowds let them go away.
All this time the police was nearby and didn’t do anything to protect peaceful manifestants and ensure their rights to a peaceful assembly.

That is why when it comes to Pride celebrations I have mixed feelings: on one hand I am happy to join these great events because they are sending important signals to the rest of world, And this is the case of this EuroPride in Zurich.
On the other hand every time when I stand in a pride event somewhere in Europe I feel so said an bitter for my own country and my own gay, lesbian, bisexual and transgender community back home, because they can’t live this amassing and empowering experience themselves.

But this is exactly why I am here today: to tell you our story, and to call for your support. As a Human Rights activist and member of Amnesty International I walk in Pride events in the capitals of Eastern Europe like Bucharest or Riga in sigh of solidarity and support for our community and for our common rights and freedoms. I am also doing it because I can’t do this in my own country.

That’s why I am calling you today to keep waling with pride within Pride Marches.
I am calling you to walk for those who can’t do it themselves, in their own countries.
But most of all, I am calling you to walk WITH US, on the streets of Eastern Europe, in solidarity for our Human Rights and for our love and dignity.
Walk with us on the streets of Bucharest, Riga, Moscow, Chisinau and many others, where the number of the countermanifestants and police is larger than the manifestation itself. Where you are threatened by violent and loud crowds and hostile environment. Make a stand for Human Rights in this region, be solidar with us: its only together that we can do it!



Rede von Mihaela Copot, Amnesty International Moldau, an der Europride, Zürich, 6.6.09 - deutsche Übersetzung

Hallo alle zusammen! Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle aus ganz Europa, aus der ganzen Welt, mit euren Freundinnen und Freunden und Familien, alle, die ihr hier in Zürich zusammengekommen seid, um diese EuroPride zu feiern, ich grüsse euch! Dass ich als Vertreterin eines osteuropäischen Landes hier mit euch zusammen feiern kann, freut mich riesig und ehrt mich sehr.

Wir sind eine grosse Familie und Gemeinschaft in Europa und in der ganzen Welt, und dass ich hier heute dabei bin, gibt mir das Gefühl, zu einer weiteren Familie zu gehören - das ist ein grossartiges Gefühl! Weil wir eine Familie sind, schicken wir heute eine Botschaft der Liebe in die ganze Welt. Wir sind hier, um unsere Liebesgeschichten miteinander zu teilen, Geschichten, die alle Schranken und Grenzen überwinden.

Jedes Mal wenn wir zusammen in einer Pride-Parade auf die Strasse gehen, ist das ein Manifest für diese Liebe und für unser Recht auf Freiheit und Würde.

Leider aber gibt es immer noch Länder auf dieser Welt, wo Menschen wie wir belästigt, verfolgt, der Gewalt ausgesetzt, verhaftet, bestraft, eingesperrt, oder sogar mit dem Tod bestraft werden.

Es gibt auch in Europa noch immer Länder, in denen Menschen wie wir nicht mit Stolz auf die Strasse gehen, keine Pride veranstalten, nicht ihre Liebe feiern können. Unsere Schwestern und Brüder in Moldau, Russland, Litauen und anderen Ländern können nicht wie wir heute hier friedlich für ihre Rechte demonstrieren - weil es zu gefährlich wäre und weil sie keinen gesetzlichen Schutz geniessen.

Dies ist meine vierte Pride, an der ich teilnehme. Aber keine dieser vier hat in meinem eigenen Land stattgefunden, in Moldau. Seit Jahren kämpft die Schwulen-, Lesben-, Bi- und Trans-Community in Moldau dafür, einen friedlichen Umzug im Namen ihrer grundlegenden Menschenrechte zu veranstalten. Die moldauischen Behörden verbieten es ihnen regelmässig - entgegen dem Gesetz, das freie Meinungsäusserung und Versammlungsfreiheit garantiert.

Excesses in Chisinau, 11. Mai 2008: Was nach dem Angriff auf den LGBT-Bus, von den Demotafeln noch übrig blieb: zerbrochens "alle verschieden - alle legal". © GenderDoc-M www.lgbt.md

Letztes Jahr in Chisinau habe ich zusammen mit Amnesty International und anderen Menschenrechtsorganisationen beobachtet und dokumentiert, wie etwa 50 Aktivistinnen und Aktivisten aus aller Welt, auch aus Moldau selbst, eine friedliche Zusammenkunft zugunsten eines Antidiskriminierungsgesetzes durchzuführen versuchten, obwohl die Demonstration in gesetzeswidriger Weise verboten worden war. Was dabei abging, möchte ich euch kurz schildern:
Der Bus, in dem die Aktivistinnen und Aktivisten sich befanden, wurde von einem wütenden Mob von etwa 300 Gegendemonstrantinnen und –demonstranten empfangen und umringt – zusammengesetzt aus radikal-religiösen und paramilitärischen Gruppierungen sowie Neonazis. Sie blockierten den Bus und nahmen die darin Sitzenden etwa eine Dreiviertelstunde lang regelrecht zur Geisel. Während dieser ganzen Zeit schlugen sie an die Fenster, versuchten den Motor zu zerstören und zündeten in unmittelbarer Nähe ein Feuerzeug an. Nachdem sie den Demonstrantinnen und Demonstranten die Banner weggenommen und sie zerstört hatten, liessen sie sie schliesslich ziehen.
Die ganze Zeit über stand die Polizei daneben und unternahm nichts, um die TeilnehmerInnen an der friedlichen Demonstration zu schützen und ihr Recht auf Versammlungsfreiheit zu gewährleisten.

Deshalb habe ich gemischte Gefühle, wenn es um Prides geht: Einerseits macht es mich glücklich, bei diesen grossartigen Feiern dabei zu sein. Für den Rest der Welt sind sie wichtige Signale, und das stimmt auch für die heutige Pride in Zürich. Andererseits werde ich jedes Mal, wenn ich an einer Pride irgendwo in Europa teilnehme, unendlich bitter und traurig über mein eigenes Land und über meine eigene schwullesbische, bi- und transsexuelle Community, die dieses wundervolle und stärkende Erlebnis zuhause nicht haben kann.

Aber genau deswegen bin ich heute hier: Damit ich euch unsere Geschichte erzählen kann, und damit ich euch um eure Unterstützung bitten kann. Als Menschenrechtsaktivistin und Mitglied von Amnesty International nehme ich an Pride-Umzügen in den osteuropäischen Hauptstädten teil, in Bukarest, in Riga, weil ich ein Zeichen der Solidarität und der Unterstützung für unsere Gemeinschaft und für unsere gemeinsamen Rechte und Freiheiten setzen will. Und weil ich dies in meinem eigenen Land nicht kann.

Deshalb rufe ich euch heute und hier auf: geht weiterhin mit Stolz auf die Strasse! Ich rufe euch auf: geht weiterhin auf die Strasse – geht auch für jene, die das selbst nicht tun können! Vor allem aber rufe ich euch auf: Geht MIT UNS auf die Strasse – auf die Strassen in Osteuropa, solidarisch, für unsere Menschenrechte, für unsere Liebe, für unsere Würde! Geht mit uns auf die Strassen in Bukarest, Riga, Moskau, Chisinau und vielen anderen Städten, wo die Zahl der Gegendemonstrantinnen und –demonstranten bisher grösser ist als unsere. Wo ihr bedroht werdet von gewalttätigen, brüllenden Menschenmengen und einem feindseligen Umfeld.

Steht ein für die Menschenrechte auch in dieser Region, seid mit uns solidarisch: nur gemeinsam werden wir es schaffen!



Aktualisiert ( Freitag, 09. März 2012 )